[VSC-Blog-3] Begründetes Interesse ist noch lange kein Auftrag

[VSC-Blog-3] Begründetes Interesse ist noch lange kein Auftrag

In den vorherigen Beiträgen ging es um den Beginn der Selbstständigkeit und den Test des eigenen Geschäftsmodells. Nachdem der Plan zum Was, Wann und Wo stand und von vielen Seiten bereits großes Interesse bekundet wurde, sollten nun die Aufträge folgen.

Ausgangssituation

Da ich aus dem Nebenerwerb ein Projekt mit in die vollständige Selbstständigkeit nehmen konnte, war ich nicht auf den sofortigen Auftrag angewiesen. Dennoch versprach ich mir aus den durchaus sehr konkreten Interessenbekundungen einen baldigen Auftrag.

Das größte Interesse bestand in der Begleitung von Innovations- bzw. Kollaborationsprojekten, bei denen zunächst das Potential und die Thematik einer Zusammenarbeit von mehreren Unternehmen identifiziert und projektiert werden sollte und das Vorhaben auch nach der Übergabe an das Projektmanagement weiter begleitet werden sollte. Aufgrund des strategischen Charakters solcher Projekte haben sie eine große Bedeutung, bedürfen aber einiges an Erfahrung und dem richtigen Gespür, in die richtigen Chancen zu investieren.

Das zweitgrößte Interesse galt der Beratung zur Steigerung der Innovationsfähigkeit, wobei es weniger um Technologiethemen als vielmehr um Innovationshemmnisse aus der Organisation und dessen Umfeld sowie konkreten Maßnahmen zur Beseitigung geht.

Hindernisse

Trotz des positiven Feedbacks war es zunächst schwer das begründete Interesse in Aufträge zu verwandeln. Wie so oft auch bei Themen wie „Innovation“, „Digitalisierung“ und „Work 4.0“ möchten die meisten etwas tun und haben auch Vorstellungen, wie sie es umsetzen würden. Doch gerade hier scheint sich die Katze selbst in den Schwanz zu beißen.

Meine Erfahrung ist, dass fehlende Ressourcen die Beauftragung ver- bzw. behindern, obwohl der Auftrag erwünscht ist und die Unterstützung dem Problem der fehlenden Ressourcen entgegentreten würde. Es hängt meistens am Punkte der Definition der Unterstützung. Beide Parteien streben eine genaue Beschreibung der Art und des Umfangs der Unterstützung an, allerdings ist hierzu Vorarbeit von beiden Seiten nötig. Hier beginnt nun die Gratwanderung; sind die eigenen Vorschläge zu detailliert, passen sie meist nicht zum Bedarf der Kunden und man hat unnötig Zeit investiert, gibt man zu wenig vor, wird der Auftraggeber aus Zeitmangel die Ausarbeitung verschieben.

Mein Tipp

So früh wie möglich so viel wie möglich über die Kunden-Bedürfnisse herausfinden, einen Ansatz für die Zusammenarbeit ausarbeiten und sich dann mit genügen Zeit persönlich zusammensetzen und ergebnis- und bedarfsorientiert gemeinsam die Unterstützung definieren. Das nachhaltigste ist, wenn beide Seiten das Gefühl haben, als Partner in das Projekt zu gehen. Mit diesem Ziel und einem Kunden-zentrierten Mindset klappt es dann auch mit den Aufträgen.

Teilt ihr meine Erfahrung oder sagt ihr „Mensch hat der sich doof angestellt!“? Dann immer her mit euren Erfahrungen und den Tipps, die euch geholfen haben?

Über die Herausforderung und die Besonderheit sich auf Photonik und Deeptech zu fokussieren, erfahrt ihr im nächsten Beitrag mehr.

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